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Können Sie sich noch daran erinnern, was Sie als Kind einmal werden wollten? Bei mir war es Ballerina und Kostümbildnerin. Mit acht Jahren besuchte ich eine Ballettschule und brachte es sogar zu einigen nationalen und internationalen Auftritten. Aber neben dem Tanzen galt meine heimliche Liebe den Kostümen, die in den großen Schränken hinter der Garderobe meiner Ballettschule hingen. Immer wenn sich die Gelegenheit bot, stöberte ich durch die vielfältigen Gewänder und schlüpfte in Gedanken in die Rollen derer, die solche Kreationen entwarfen und fertigten.

Die Vernunft des Lebens drängte mich aber in ganz andere Rollen: Einen „ordentlichen“ Beruf zu erlernen – wie meine Eltern gerne zu sagen pflegten. Im Büro mein Dasein zu fristen, bestimmten mehr als zwei Dekaden mein Berufsleben. Hier fand ich aber nie wirklich Erfüllung, nahm es aber als gegeben hin und fügte mich in mein vermeintliches Schicksal. Bis zu diesem denkwürdigen Tag im Herbst 2009.

Mein Mann und ich waren gerade von unserer ersten Langzeitreise mit unserem selbstgebauten Expeditionsmobil zurückgekehrt, mit dem wir acht Monate lang durch Südeuropa, Marokko und die Westsahara getingelt waren. Hier stellte sich die Frage nach meiner beruflichen Zukunft. Ich wollte nicht wieder tagein tagaus einen Bürojob machen, der nicht meinem Naturell entspricht. So wusste ich zumindest schon mal was ich nicht wollte. „Was willst Du denn wirklich? Was würdest Du tun, wenn Du ohne jegliche Einschränkung auswählen könntest?“ waren die beiden Fragen, die mir mein Mann stellte.

Wow, welch ein Gedanke! Ohne jegliche Einschränkung einfach das tun, was man will. „Ich würde Kostümbildnerin werden“, erwiderte ich ihm ohne den Hauch eines Zweifels und war selbst verblüfft über die Klarheit, mit der ich gerade meinen verschollenen Kindheitstraum aus der Versenkung hervorgeholt hatte.

So begann ich, den Gedanken zuzulassen und zu recherchieren, welche Möglichkeiten es gab, meiner neuen alten Vision ein Stückchen näher zu kommen. Und die Möglichkeiten taten sich in einer solch wunderbaren Weise auf, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.

Um eine lange Story relativ kurz zu machen. Ich begann bereits sechs Monate nach der Wiederentdeckung meines Traumes eine Ausbildung zur Damenkleidermacherin und absolvierte nach etwas mehr als zwei Jahren die Prüfung zur Schneidermeisterin. Praxiserfahrung erwarb ich mir in der Kostümwerkstatt des Klagenfurter Stadttheaters und das traditionelle Handwerk erlernte ich im Kärntner Heimatwerk in Spittal an der Drau, in der Maßschneiderei für Kärntner Trachtendirndl.

Dort erwachte eine neue Liebe in mir: die zum Dirndl, das für mich das ultimative Kleidungsstück für „Weiblichkeit“ darstellt. Und plötzlich kamen mir neue Visionen in den Sinn, die mich noch mehr beflügelten. Nicht der Kostümwerkstatt eines Theaters galt länger mein Streben, sondern ich hatte die Idee von einem eigenen Couture-Label, unter dem ich meine Dirndl-Kreationen umsetzen wollte.

Seit Juni 2012 ist „Edith Dolde Dirndl Couture“ Realität. Mein eigenes Label, mit dem ich meine Vorstellungen vom Dirndl verwirkliche. Dabei spielen auch unsere Reisen eine Rolle. Ich möchte das Dirndl in einem neuen Kontext interpretieren. Inspiriert von fremden Kulturen möchte ich deren Stilelemente mit denen des Dirndls verschmelzen und damit etwas neues, noch nicht Gesehenes erschaffen: Das Ethnodirndl

So freue ich mich heute darüber, zum ersten Mal in meinem Leben beruflich das zu tun, wofür ich mit Leib und Seele, vor allem aber mit ganzem Herzen brenne. Ich habe die innere Gewissheit, meine Berufung gefunden zu haben und lebe diese nun erstmals. Mit Edith Dolde Dirndl Couture setze ich endlich die Talente ein, die mir der liebe Gott in die Wiege gelegt hat.

Ich möchte meinen eigenen Weg gehen und mit meinen Kreationen Frauen ansprechen, die sich ungern in eine Mode-Schublade pressen lassen wollen, sondern ihre Individualität und Nonkonformität auch mit ihrer Kleidung zum Ausdruck bringen. Damit drückt „go your own way“ nicht nur meine eigene Lebens- und Arbeitsphilosophie aus, sondern soll auch Resonanz zu den Kundinnen erzeugen, die ebenso denken und empfinden wie ich.

Herzlichst Ihre

Edith Dolde